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Arbeit und Beruf mit RLS

Durch den ausgeprägten Bewegungsdrang kann das Restless Legs Syndrom auch starke Auswirkungen auf das Berufsleben haben. Viele RLS-Patienten berichten, dass es ihnen schwerfällt, bei langen Meetings ruhig sitzen zu bleiben oder an Geschäftsreisen teilzunehmen. Kleine Umgestaltungen des Arbeitsplatzes oder die Umstrukturierung des Arbeitstages können das Berufsleben wesentlich erleichtern.

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  • Stehen statt Sitzen: Vor allem im Büro gilt: Schreibtischarbeit muss nicht unbedingt im Sitzen erledigt werden. Ein Schreibpult ist eine gute Alternative; das Pult bietet RLS-Patienten die Möglichkeit, sich auch während der Arbeit viel zu bewegen. Kann kein Stehpult eingerichtet werden, kann alternativ versucht werden, die Sitzhöhe des Stuhls im Laufe des Tages mehrmals zu verändern, damit die Beine nicht zu lange in derselben Position verbleiben. Telefonate oder kurze Besprechungen können ebenfalls sehr gut im Stehen erledigt werden.

  • Bewegungspausen: Während der Arbeit sollten RLS-Patienten regelmäßig kurze Pausen für einen Spaziergang oder Dehnübungen einlegen. Durch die Bewegung werden nicht nur die RLS-Symptome verbessert – auch die Konzentrationsfähigkeit wird durch die Pausen oft deutlich gesteigert.

  • Offenheit gegenüber Vorgesetzten und Arbeitskollegen: Durch offene Gespräche können Patienten ihre Vorgesetzten und Kollegen über ihre RLS-Erkrankung und die beruflichen Auswirkungen informieren. Ein Brief oder Erläuterungen von dem behandelnden Arzt können dabei eine wertvolle Unterstützung sein.

Beim Restless Legs Syndrom können auch die krankheitsbedingten Ein- und Durchschlafstörungen die berufliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. RLS-Patienten, die nachts nur wenig Schlaf finden, fühlen sich tagsüber häufiger erschöpft oder haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren.

Durch die richtige Diagnose und Behandlung können Tagesmüdigkeit und Konzentrationsprobleme deutlich verringert werden. Verschiedene Tipps für einen besseren Schlaf bei RLS können ebenfalls helfen, die persönliche Leistungsfähigkeit zu steigern.

RLS-Medikamente – eine Hilfe auch im Beruf

In der Regel lassen sich die RLS-Beschwerden durch Medikamente sehr gut behandeln, sodass der Beruf weiterhin uneingeschränkt oder nur mit leichten Anpassungen ausgeübt werden kann. Nur in Ausnahmefällen kann es sein, dass es zu einer Einschränkung der Berufsfähigkeit kommt. Vor allem Schichtarbeit und „Risikoberufe“, in denen Müdigkeit oder Konzentrationsmangel Menschen gefährden können (z. B. Piloten, Lkw-Fahrer etc.), sind für RLS-Patienten mit sehr starken Beschwerden nicht gut geeignet. Häufig bieten Firmen ihren Mitarbeitern in diesen Fällen Umschulungsmaßnahmen an. Ansprechpartner sind der Betriebsarzt oder der Schwerbehindertenbeauftragte, die gemäß § 96 Abs. 7 Satz 1 SGB IX zur Vertraulichkeit verpflichtet sind.

Zusätzlich kann auch der Arzt versuchen, die RLS-Behandlung weiter zu optimieren und so die berufliche Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Mit RLS beruflich unterwegs

Auch RLS-Patienten müssen auf Geschäftsreisen nicht verzichten. Gute Planung und einige praktische Tipps können helfen, längere Fahrten oder Flüge angenehmer zu gestalten.

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  • Treten die RLS-Beschwerden vor allem am Abend und in der Nacht auf, so sollte die Reise möglichst früh am Morgen beginnen.
  • Ausreichend Bewegung vor Reiseantritt kann helfen, den Bewegungsdrang während der Fahrt zu verringern.
  • In vielen Zügen oder Flugzeugen gibt es Plätze mit mehr Beinfreiheit. Alternativ kann ein Platz am Gang gebucht werden; so kann der Patient während der Reise aufstehen und umhergehen.
  • Alle notwendigen Medikamente sollten leicht zugänglich im Handgepäck verstaut werden.
  • Geistige Beschäftigung kann die RLS-Beschwerden während der Fahrt lindern. Filme, ein spannendes Buch oder auch ein anspruchsvolles Computerspiel sind daher wertvolle „Reisebegleiter".