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Leben mit dem Restless Legs Syndrom

Nach Zeiten der Unsicherheit eine genaue Diagnose zu erhalten, ist für viele Patient:innen eine Erleichterung – und verändert dennoch das ganze Leben. Auf der einen Seite steht die Erleichterung, dass die Beschwerden endlich einen Namen haben, auf der anderen die Sorge, wie das Leben mit RLS weitergehen soll.

Beruf und Freizeit positiv gestalten

Die RLS-Beschwerden können den Alltag der betroffenen Patient:innen deutlich beeinträchtigen. Durch den starken Bewegungsdrang und die nächtlichen Schlafstörungen fällt es zum Beispiel vielen RLS-Patient:innen schwer, im Beruf die volle Leistung zu erbringen oder an längeren Sitzungen und Dienstreisen teilzunehmen. Auch an Freizeitaktivitäten nehmen RLS-Patient:innen eventuell nur noch eingeschränkt teil und ziehen sich zunehmend zurück.

Im Allgemeinen können bestimmte Selbsthilfemaßnahmen oder auch eine medikamentöse Therapie bei RLS-Beschwerden jedoch dazu beitragen, Beruf und Freizeit deutlich positiver zu gestalten.

Experten-Interview „Ratschläge für RLS-Patient:innen“

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Video-Beitrag von Priv.-Doz. Dr. Cornelius Bachmann, Neurologe

Ein wichtiger Aspekt im Umgang mit dem Restless Legs Syndrom (RLS) ist es, dass die Patient:innen die Erkrankung akzeptieren – und auf ihr eigenes Wohlbefinden achten. Was tut mir gut? Wie kann ich mein Leben möglichst beschwerdefrei gestalten? Der Austausch mit der Familie, aber auch das ärztliche Gespräch leisten dabei einen wichtigen Beitrag.

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RLS – worauf sollte ich achten?

Die gute Nachricht zuerst: Das Restless Legs Syndrom ist zwar als chronische Erkrankung nicht heilbar, aber mit der richtigen Behandlung kann man die Beschwerden gut in den Griff bekommen. Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten, sich das alltägliche Leben zu erleichtern. Wir haben einige wichtige Themen zusammengestellt und geben zum Beispiel Tipps zu gesunder Ernährung, Bewegung, Reisen, Partnerschaft und Familie oder besserem Schlaf.

Besonders wichtig: Kämpfen Sie nicht gegen die Krankheit und die Symptome an, sondern akzeptieren Sie, soweit es Ihnen möglich ist, Ihre Erkrankung. Dies ist ein wesentlicher Schritt zu mehr Lebensqualität.

Kommunikation ist wichtig

Das Restless Legs Syndrom tritt zwar relativ häufig auf, aber dennoch wissen nur wenige Menschen, was sich hinter der Krankheit verbirgt. Da es keine äußeren Anzeichen für RLS gibt, können Außenstehende oft kaum nachvollziehen, dass die Krankheit eine starke Belastung für die betroffenen Patient:innen darstellen kann. RLS-Patient:innen finden es hingegen oftmals sehr schwierig, ihre Beschwerden anderen Menschen begreiflich zu machen.

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Das Gespräch mit Freund:innen, Familie und Kolleg:innen kann Betroffenen dabei helfen, Verständnis für die eigene Situation zu schaffen. So können die Menschen in der Umgebung besser verstehen, warum RLS-Patient:innen manchmal unkonzentriert und gereizt erscheinen oder warum gemeinsame Unternehmungen wie ein Theaterbesuch für sie beschwerlich sind.

Durch einen offenen Umgang mit der Erkrankung fühlen sich die Erkrankten oftmals befreit oder erhalten sogar Unterstützung von unerwarteter Seite. Meist lassen sich so auch Lösungen und Kompromisse finden, sodass RLS-Patient:innen weiterhin an gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen können.

Auch der ausführliche Austausch mit dem ärztlichen Fachpersonal ist für RLS-Patient:innen sehr wichtig. Nur wenn die Betroffenen ihre Beschwerden, Sorgen und Wünsche genau schildert, können Ärzt:innen die Situation richtig beurteilen und wirksame Hilfe anbieten.

Wirksame Selbsthilfe bei RLS

Bei stärkeren Beschwerden stellt die Therapie mit den dafür vorgesehenen Medikamenten eine wirksame Behandlungsoption bei RLS dar. Eine medikamentöse Therapie ist jedoch nicht immer erforderlich. Sind die Beschwerden nur gering ausgeprägt, dann reicht oft eine Änderung der Lebensgewohnheiten oder die Anwendung von Hausmitteln bzw. alternativen Behandlungsmethoden aus.

Die Betroffenen müssen für sich selbst herausfinden, welche Strategien jeweils am besten geeignet sind. So kann sich die „Unruhe“ in den Beinen unter anderem mithilfe folgender Tipps häufig verringern lassen:

  • Wechselduschen
  • kalte oder warme Fußbäder
  • kalte Beinwickel
  • Einreiben der Beine mit kühlenden oder durchblutungsfördernden Salben, Gelen oder Ölen (zum Beispiel Franzbranntwein)
  • Beinmassagen oder Abbürsten der Beine mit Noppen- oder Massagebürsten
  • Gymnastik- oder Dehnübungen
  • regelmäßige leichte sportliche Betätigung
  • „aktive“ Entspannungsübungen (Yoga, Pilates)

Ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper kann dazu beitragen, die Symptome der RLS-Erkrankung zu verringern und die Lebensqualität zu verbessern. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung gehört in jedem Fall dazu.

Wie bei allen chronischen Erkrankungen kann auch Stress – zum Beispiel durch berufliche oder private Probleme – beim Restless Legs Syndrom eine Zunahme der Beschwerden auslösen. Der richtige Umgang mit belastenden Situationen ist daher für RLS-Patient:innen besonders wichtig. Entspannungstechniken oder der Austausch mit Familie und Freund:innen können dabei helfen, Stress abzubauen und so eine Linderung der Beschwerden zu erreichen. Ein entspannender Ausgleich ist darüber hinaus die Grundlage für einen erholsamen Schlaf. Hier haben wir für Sie weitere Tipps für einen gesunden Schlaf zusammengestellt.

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Letzte Aktualisierung: Juni 2022