banner-restless-legs-news-und-aktuellesbanner-restless-legs-news-und-aktuelles

Ernährung und RLS: Eisenreich essen leichtgemacht

Die Ursachen des Restless Legs Syndroms (RLS) sind immer noch nicht vollständig aufgeklärt. Allerdings haben zahlreiche Studien Hinweise darauf geliefert, dass unter anderem ein Mangel an Eisen im zentralen Nervensystem und im Blut zu den unruhigen Beinen beiträgt. Umgekehrt führt die Behandlung des Eisenmangels bei manchen RLS-Patienten zu einem teilweisen bis vollständigen Rückgang der belastenden Symptome. Darüber hinaus scheinen niedrige Ferritin-Spiegel mit ausgeprägteren RLS-Symptomen zu korrelieren. Als Ferritin wird die Depotform von Eisen im Körper bezeichnet. Wichtige Eisenspeicher im menschlichen Körper sind Leber, Milz und Knochenmark.

Eisen – wichtig für die Energieversorgung im Körper

unruhige-beine-durch-eisenmangel

Eisen – wichtig für die Energieversorgung im Körper

Auch wenn Eisen (Fe) als sogenanntes Spurenelement nur einen sehr kleinen Anteil unseres Körpergewichtes ausmacht (60 mg/kg), ist es für die Blutbildung und die Sauerstoffversorgung von essenzieller Bedeutung.

Als zentraler Bestandteil des Blutfarbstoffes Hämoglobin bindet Eisen den Sauerstoff, der über die Lunge aufgenommen wird, an die roten Blutkörperchen und ermöglicht so, dass der Sauerstoff über das Blut im ganzen Körper verteilt und in den Zellen für die Energiegewinnung genutzt werden kann. In den Muskeln ist Eisen Bestandteil des sogenannten Myoglobins und ebenfalls für die Sauerstoffversorgung verantwortlich.

Tipps und Tricks: Auf die Eisenquelle kommt es an!

Ein erhöhter Eisenbedarf lässt sich z. B. über die Ernährung decken, da das Spurenelement in vielen Lebensmitteln enthalten ist. Dabei gilt: Aus tierischen Lebensmitteln kann der Körper Eisen zwei- bis dreimal besser aufnehmen als aus Obst und Gemüse. Zu den wichtigsten Eisenlieferanten zählen deshalb dunkle Fleischsorten wie Wild, Ente oder Rind. Aber auch Eigelb, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse liefern Eisen.

In Pflanzen ist Eisen meist an andere Stoffe gebunden, die die Aufnahme des Spurenelements erschweren. Dazu gehören der Ballaststoff Lignin, der beispielsweise in Kleie, Kakaopulver oder Bitterschokolade vorkommt, Oxalsäure (vor allem in Spinat und Rhabarber) oder Phosphat, das in Getreide, Reis, Hülsenfrüchten, aber auch in Cola-Getränken enthalten ist. Auch Tannin aus schwarzem Tee, Kaffee oder Rotwein, Calciumsalze und einige Medikamente hemmen die Aufnahme von Eisen aus pflanzlicher Nahrung. Vitamin C, organische Säuren wie Zitronen- oder Milchsäure und bestimmte Abbauprodukte von tierischem Eiweiß (Methionin und Cystein) fördern dagegen die Aufnahme von pflanzlichem Eisen.

eisenreiche-ernaehrung-bei-rls

Insgesamt scheint die Zusammensetzung der Nahrung für die Höhe der Eisenausnutzung im Körper wichtiger zu sein als die Form, in der das Eisen in einem bestimmten Lebensmittel vorkommt. Zudem wird die Eisenaufnahme durch den individuellen Bedarf und den Speicherstatus bestimmt: Besteht ein geringer Bedarf an Eisen oder sind die Eisenspeicher im Körper ausreichend gefüllt, nimmt der Körper weniger Eisen aus der Nahrung auf. Deshalb besteht – mit Ausnahme von Menschen mit Alkoholabhängigkeit oder Eisenspeicherkrankheit – auch keine Gefahr einer Überversorgung.

Entsprechend können ein Glas Orangensaft zum Essen, Gemüse wie Paprika oder Tomaten als Beilage oder Zitronensaft im Salatdressing die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln steigern. Werden Getreideprodukte oder Hülsenfrüchte vor dem Verzehr eingeweicht, kann das in ihnen enthaltene Eisen ebenfalls besser aufgenommen werden. Die Aufnahme von Eisen aus Fleisch, Geflügel und Fisch wird durch andere Nahrungsbestandteile hingegen kaum beeinflusst.

Buchtipp: den Eisenbedarf natürlich decken

buchtipp-ernaehrung-bei-eisenmangel

Buchtipp: den Eisenbedarf natürlich decken

Zahlreiche Informationen und Hinweise, wie man den Eisenbedarf auf natürliche Weise decken kann, welche Nahrungsmittel die Eisenverwertung hemmen oder fördern sowie 120 Rezepte zum Nachkochen enthält der aktuelle Ratgeber „Ernährung bei Eisenmangel“ von Ilse Weiß, Diätologin und Gesundheitswissenschaftlerin an der Universitätsklinik für Innere Medizin in Wien, und Prof. Christoph Gasche, Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie & Hepatologie, Wien.

Weiß, Ilse & Gasche, Christoph: Ernährung bei Eisenmangel ISBN: 9783990020937 Verlag: Facultas/Maudrich, 2019 16,40 EUR, 160 Seiten