banner-restless-legs-news-und-aktuellesbanner-restless-legs-news-und-aktuelles

Damit aus Schlafstörungen keine Beziehungskrise wird

Wer sich nachts nicht ausreichend erholen kann, ist tagsüber müde und kraftlos. Das kennt jeder, der ein paar Nächte hintereinander zu wenig oder schlecht geschlafen hat. Für Menschen mit Restless Legs Syndrom (RLS) ist dies ein Dauerzustand, da die Missempfindungen in ihren Beinen sie oft nicht zur Ruhe kommen lassen.

Gestörter Schlaf: Sprengstoff für die Partnerschaft

schlafstoerungen-und-partnerschaft

Gestörter Schlaf: Sprengstoff für die Partnerschaft

Doch der nächtliche Bewegungsdrang stört nicht nur den Betroffenen selbst, sondern kann auch die Schlafqualität des Partners erheblich beeinträchtigen – vor allem dann, wenn sich das Paar ein Doppelbett teilt, wie es Umfragen zufolge immerhin 80 bis 90 Prozent der Paare praktizieren. Schließlich gilt das gemeinsame Schlafzimmer gemeinhin als wichtiger Faktor für die partnerschaftliche Bindung.

Das Problem dabei: Aus der nächtlichen Ruhestörung im Ehebett können handfeste Beziehungsprobleme erwachsen. Denn jede Nacht durch die unwillkürlichen Beinbewegungen des Partners oder dessen häufiges Aufstehen geweckt zu werden, berge Sprengstoff für die Partnerschaft, warnen Psychologen. Wer nachts wach liegt oder häufig geweckt wird, weil der Partner nicht zur Ruhe kommt, wird bald das Gefühl entwickeln, dass das eigene Wohlergehen in der Partnerschaft zu kurz kommt, selbst wenn der andere die Situation nicht absichtlich herbeiführt.

Für jeden ein eigenes Zimmer

Der erste Schritt zur Entschärfung der Situation sollte das offene Gespräch mit dem Partner über die Situation und die eigenen Empfindungen sein. Dies allein kann schon als Katalysator für die negativen Gefühle wirken und die Situation entschärfen. „Niemand will seinem Partner zur Last fallen und ein Schlafräuber sein“, weiß Hans-Günter Weeß, Leiter des interdisziplinären Schlafzentrums in Klingenmünster. Und vielleicht lassen sich so auch Lösungen finden, wie getrennte Bettdecken, zwei Einzelmatratzen statt der Doppelmatratze oder unterschiedliche Zubettgeh-Zeiten. Wer sich bereits im Tiefschlaf befindet, bemerkt die Unruhe des Partners nicht.

Wenn diese Maßnahmen allerdings auch nicht helfen, sollte sich das Paar nicht scheuen, über getrennte Schlafzimmer nachzudenken. „Probieren Sie es einfach mal aus und trauen sie sich, nichts muss bleiben, wie es ist“, rät die Hamburger Psychologin und Paartherapeutin Ann-Marlene Henning.

Partnerschaftliche Nähe trotz räumlicher Distanz

liebe-und-naehe

Partnerschaftliche Nähe trotz räumlicher Distanz

Zusammen sollte das Paar ausloten, welche Vorteile und welche Verluste durch getrennte Schlafzimmer entstehen, empfiehlt auch Paartherapeut Friedhelm Schwiderski. Oft hätten Paare Angst, dadurch die Beziehung zu zerstören. „Natürlich ist davon auszugehen, dass ein größerer körperlicher Abstand entsteht und der Weg zueinander länger wird“, räumt Schwiderski ein. Doch das Risiko, durch das gemeinsame Schlafzimmer ständig unausgeschlafen zu sein und möglicherweise Aggressionen gegen den Partner zu entwickeln, schätzen die Experten größer ein.

Und damit die räumliche Trennung nicht zur körperlichen und emotionalen Entfremdung zwischen den Partnern führt, haben die Therapeuten auch ein paar Tipps: So könnte sich das Paar gegenseitig besuchen oder sich für einen oder mehrere Abende pro Woche zum Kuscheln, für eine Massage oder mehr verabreden. Und nicht zuletzt spricht ja nichts dagegen, hin und wieder beim Partner zu übernachten. Wenn es dann doch zu unruhig wird, gibt es ja noch das eigene Bett.