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Was ist Augmentation?

Augmentation ist die wichtigste Komplikation, die bei einer Langzeitbehandlung des Restless Legs Syndroms mit dopaminergen Medikamenten auftreten kann. Dabei kommt es nach einer anfänglichen Besserung der Krankheitszeichen zu einer Verschlechterung der Beschwerden trotz Erhöhung der Medikamentendosis. Typische RLS-Symptome treten dann nicht erst abends oder nachts auf, sondern bereits am Nachmittag oder Mittag. Außerdem können sich die Beschwerden auf andere Körperregionen ausdehnen.

Faktoren, die die Entstehung einer Augmentation begünstigen können, sind ein starker Eisenmangel sowie eine zu hohe Dosierung der eingenommenen Medikamente. Unter einer L-Dopa-Behandlung tritt eine Augmentation dabei häufiger auf als unter einer Therapie mit Dopaminagonisten. Um das Risiko einer Augmentation zu reduzieren, sollte die Dosis von L-Dopa oder des verwendeten Dopaminagonisten so niedrig wie möglich gewählt werden. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die Eisenwerte normal sind.

Wie erkennt man eine Augmentation und wie wird sie behandelt?

Für Patienten ist es oft schwierig, den ungefähren Zeitpunkt des Beginns der RLS-Beschwerden während des Tages zu bestimmen – oft kommt es von einem Tag zum anderen zu deutlichen Schwankungen. Diese Zeitangaben sind jedoch sehr wichtig: Nur so kann festgestellt werden, ob die Zunahme der Beschwerden tatsächlich auf eine Augmentation zurückzuführen ist oder ob andere Ursachen die RLS-Symptome verstärken.

Zu einem gewissen Grad sind Symptomschwankungen „normal“ – so können zum Beispiel Stress oder ungewohnte körperliche Anstrengungen zu einer vorübergehenden Zunahme der Beschwerden führen. Handelt es sich jedoch um eine längerfristige Verschlechterung oder empfindet der Patient die Symptome als sehr belastend, so sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Ob es sich bei der Intensivierung der Beschwerden um Augmentation handelt, kann mithilfe einiger einfacher Fragen beantwortet werden:

  • Ist die Verschlechterung der Beschwerden an fünf von sieben Tagen aufgetreten? (Vergleich zur Vorwoche)

  • Wird die Verschlechterung der Beschwerden nicht durch andere Faktoren hervorgerufen? (Beispiele: veränderte Medikamenteneinnahme, Änderung des Lebensstils [wie etwa Schichtarbeit] etc.)

  • Hat der Patient zuvor unter der dopaminergen Therapie eine Besserung der Beschwerden erlebt?

  • Kommt es zu einer paradoxen Reaktion auf die eingenommenen Medikamente? (Die RLS-Symptome verschlechtern sich nach einer Dosiserhöhung oder verringern sich nach einer Dosisreduktion.)

  • Setzen die Beschwerden mindestens vier Stunden früher als zuvor ein?

  • Setzen die Beschwerden zwei bis vier Stunden früher ein als zuvor und
    • kommt es dabei zu einem früheren Einsetzen der Symptome, wenn sich der Patient in Ruhe befindet?
    • breiten sich die RLS-typischen Missempfindungen auf andere Körperteile aus?
    • nimmt die Schwere der Symptome zu?
    • hört das Medikament früher auf zu wirken?

Ob eine Augmentation behandelt wird, hängt von ihrem Schweregrad ab. Bei geringfügiger Verschlechterung genügt eine Beobachtung des weiteren Verlaufs, ohne dass eine Änderung der Therapie erforderlich ist. Werden die Beschwerden jedoch so stark, dass das tägliche Leben belastet wird, so wird empfohlen, in Absprache mit dem behandelnden Arzt, die Therapie umzustellen.